Die Freude (A Felicidade)



Unendlich ist das Leid
für Freude bleibt kaum Zeit.

Heiterkeit und Glück sind wie der Tau,
ein Tropfen, der am Blütenblatt sich hält,
der Sonnenlicht
in frohe Farben bricht,
doch schwer wie eine Träne schließlich fällt.

Arm ist hier das Volk, doch ach, so unbeschwert

zumindest mag's am Karneval so scheinen.
Die Wahrheit: Man plagt sich ein Jahr für die Seinen
und rackert für den Tag,
an dem man froh sich kostümiert
als Könige, als Gärtner und Piraten.
Doch Mittwoch heißt es: Wieder ein Jahr warten!

Uns bleibt vor Traurigkeit

für Freude kaum noch Zeit.

Frohsinn gleicht der ausgefall'nen Feder,
die scheinbar schwerelos der Welt entrinnt,
die zur Sonne strebt,
doch kurze Zeit nur schwebt,
benötigt sie doch pausenlosen Wind.

Glück, für mich bestimmt, schläft süß an meiner Seite,
lächelnd, denn ihr Traum kennt keine Sorgen.
Die Nacht fleh ich an: Geh vorbei! Geh vorbei
und grüße mir den Morgen!
Bitte stör sie nicht und schweig,
daß heiter mit dem Tage sie erwache
und küssend mir die wahre Freude zeigt.

Unendlich ist das Leid.


(Antonio Carlos Jobim/ Vinicius de Moraes/ dt. Holger Saarmann)




Die Freude - feat. Gary Barone  (Demo 2013)





Eines der ersten Bossa Nova-Lieder überhaupt, geschrieben und komponiert für den Film "Orfeu Negro" (1959), der nach dem Theaterstück "Orfeu do Carnaval" von Vinícius de Moraes, auch Texter dieses Liedes im Original, entstand.
Den Originaltext gebe ich hier aus verlagsrechtlichen Gründen lieber nicht wieder.







                                           



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