Stadt Land Fluss



Hör den Klang der Stadt schon viel zu lang,

spür den Drang, den Drang nach Neuanfang:

Gibt nichts Neues mehr zu sehn.

Was geschehen konnte, ist geschehn.

Kenn hier Straßen, mehr als genug, um fortzugehn.

Fand ein Land, Atlanten unbekannt,

eine Handbreit hinterm Kartenrand:

Völlig fremd, doch altvertraut,

unbeschildert, unbebaut,

von Wettern, Gletschern und Gezeiten aufgerauht.


Doch ich vergaß die Richtung,

weiß nicht mal mehr,

ob es Wirklichkeit war oder Dichtung.

Flüsternd bat ich den Fluss um seinen Rat,

der privat den folgenden Standpunkt vertrat:

Hast du auch, grad zu Beginn,

kein konkretes Ziel im Sinn,

führt dich jeder, jeder beliebige Weg dort hin.




(Holger Saarmann)
© by Holger Saarmann, Januar  2017



Stadt Land Fluss (Town Country River)



I've heard the sound of the city much to long,
feel the urge, the urge for a new beginning:
There's nothing new to see.
Whatever could happen, happened.
I know streets, more than enough, to go away.

Found a country, unknown to any atlas,
a few centimetres beyond the map's edge:
Completely strange, but so familiar,
not signposted, uncultivated,
roughend by weathers, glaciers and tides.

Yet, I forgot which direction,
do not even remember
if it was fact or fiction
.

Whispering, I asked the river for his advice,
who, in private, expressed the following point of view:
If, especially in the beginning,
you have no specific desitnation,
any way at all will lead you there.





(Holger Saarmann)

© by Holger Saarmann, January 2017

 






Fast zwölf Jahre habe ich für dieses Lied gebraucht. Erste Skizzen ("Fand ein Land ...") dürften noch älter sein. 
Ungefähr zu der Zeit entstand auch die Gitarrenkomposition, ohne Bezug zum Text. Eine erste Betextung scheiterte, und ich dachte:
Vielleicht will ja das Stück gar kein Lied, sondern ein Instrumentalwerk werden?
Im März 2013 stellte ich einige Takte der Komposition David Wonschewski zur Verfügung
er  hatte mich um eine/n Kennmelodie/ Jingle/ Transition für seine Podcast-Sendungen "Herbstgewitter" im Rahmen von "Ein Achtel Lorbeerblatt" gebeten. Ebenfalls für dieses Online-Magazin hatte mein Baseler Kollege Markus Heiniger im Januar 2012 ein szenisches Interview mit mir geführt: "Heiniger Trifft Saarmann". Wer es liest, erkennt sicherlich den einen oder anderen Zusammenhang mit dem Liedtext.

Der äußere Auslöser der Fertigstellung war einmal mehr unsere monatliche Show im Zebrano-Theater: Das Motto im Februar 2017 lautete nämlich "Stadt Land Fluss".
Mein Bühnencompagnon Andreas Albrecht produziert gerade mein kommendes Album und ist darauf
auch bei diesem Lied an den Trommeln zu hören. Meine Schwester Nicola Saarmann ergänzte diverse Trompetenstimmen, und so wurde eine Art Ethno-Pop-Chanson daraus.











                                           




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